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Pack ich mein Kind zu sehr in Watte? Nehm ich ihm zuviel ab? Sicher manchmal schon, aber in dieser Situation habe ich eher das Gefühl wir lassen ihn zuviel am Erwachsenen Thema teilhaben. Er bekommt alles mit was wir über Corona reden, da Balthi soviel zu hause ist, immitiert er uns, insbesondere mich…Gestern fiel die Butter aus dem Kühlschrank, doch ich bin über den Modus des mich Aufregens hinaus und blieb ruhig. Balthazar dagegen stieß diesen mir sehr bekannten Schrei aus…aus dem Wohnzimmer, bzw. um die Ecke im Spiel-/Fernsehzimmer. Er sah mich nich mal. Kinder bekommen alles mit und noch viel mehr! Hat er deswegen auch wieder Angst nachts und wenn er aufwacht, muss Papa bei ihm bleiben oder er will zu uns? Weil er mitbekommt, dass eine Bedrohung da ist? Auf der anderen Seite erlebt er täglich wunderschöne Dinge und ist umgeben von Menschen, die ihn lieben. Ich erwische mich dabei aber auch, dass ich ihn tadel. Wenn er etwas falsch macht, bei Homeschooling, ich muss mich oft zusammenreissen, wenn er mich anschaut, ob das richtig ist, wenn die Lehrerin ihn fragt. Er weiss soviel und dennoch hat er Angst/Sorge zu versagen, es falsch zu machen. Daher darf er bei uns Fehler machen, doch nun ist mir aufgefallen, ich tadel ihn auch. Oder wir sagen Sprüche, wie: jetzt bist Du 5 und kannst Dich ja wohl alleine anziehen.
Eigentlich hat er alles, nur die Erfolgserlebnisse, die er alleine schafft, fehlen ein wenig, doch auf der anderen Seite, hat er einfach so Fahrrad fahren bei uns im Garten gelernt. Wir erklären Gefahren, er fährt im Skikurs einfach mit den Großen mit, bzw. muss Weinen morgens, doch wir “schicken” ihn dadurch…Trotz alledem habe ich das Gefühl, er hat kein inneres Selbstvertrauen. Er braucht immer Bestätigung, manchmal davor oder eben danach, sozusagen Belohnung. Auf der anderen Seite renne ich nicht mehr sofort, wenn er mich braucht, weil die Haare vom Playmobilmännchen nicht abgehen und seit einer Woche schafft er es ganz allein und sagt: Brauchst nicht mehr kommen, hab ich schon! Wieder ein Stück “gewachsen” und hat ein Problem selbst gelöst. Ich muss mir angewöhnen ihn mehr mit einzubeziehen, um die Föhigheit zu lernen sich auf seine Kompetenz zu verlassen, dass er Dinge alleine lösen kann, um aber auch wiederum zu lernen, mit Misserfolg oder Rückschlägen umzugehen. Er soll sich einer Herausforderung “positiv” stellen: ich kann das und nicht herangehen mit: das schaff ich eh nicht!

Ich möchte kein egozentisches, besserwisserisches Kind, aber ich wünsche mir für ihn, ein gesundes Selbstvertrauen, ein positives, aber realistisches Bild von sich selbst, damit er selbstsicher durch das Leben geht! Er soll sich seiner Schwächen bewusst sein, wobei bei einem 5 Jährigen das noch ein zu hartes Wort ist. Aber ich fande es “schön”, als er neulich meinte, erster war ich noch nicht, es klang aber nicht bemitleidend, sondern eher wie, das nächste Mal möchte ich das auch sein. (Es ging um Skirennen, da er immer in der Gruppe der Besten ist und die idR eben doch oft mal sogar 5-6 Jahre älter sind als er. Und wenn ein fast gleichaltriges Kind dabei ist, fährt dieses ohne Nachzudenken. Er ist ein Einzelkind, er denkt aber schon seit ich ihn kenne. Er ist nicht ohne Furcht, er fährt lieber “ordentlich” die Piste runter, ehe er ein Tor auslassen würde, um schneller zu sein. Er ist korrekt, manchmal zu korrekt, perfektionistisch veranlagt. Pedantisch fast schon ein wenig.
Nun haben wir homescholling und Balthazar drückt sich vor jeder “extra Aufgabe”, doch ich überliste ihn manchmal, was ich eigentlich nicht gut finde. Er ist ein intelligentes Kind, er kann vieles, dennoch macht er Flüchtigkeitsfehler oder ist schlamoig, hat keine Lust mehr, will spielen.
Angeblich können Kinder gut mit Misserfolgen umgehen, wenn sie glauben, dass sie sich durch Anstrengung verbessern können. Sie geben hingegen rasch auf, wenn sie den Eindruck haben, eine Leistung hinge von Intelligenz oder Begabung ab. Also sollte ihn motivieren. Aber wie sage ich dies, denn ich will ja nicht sagen: wenn Du besser werden willst, dann lass uns diese Übungen machen? Setzt hier das Belohnungsprinzip ein…? Nein, denn er soll ja lernen, dass Leistung vor allem von der eigenen Anstrengung abhängt und sich Fähigkeiten durch Übung trainieren lassen.
Also freue ich mich über jeden noch so kleinen Fortschritt…
Da Kinder Rituale, Regeln benötigen, sollte ich diese einführen, dass wir täglich 15Minuten gemeinsam extra lernen für Ludiletras, Mathe und English. Und ihn belohnen, egal ob er alle Aufgaben richtig gelöst hat oder nicht. Er bekommt ein Sieger-Süßigkeit oder eine Trostsüßigkeit. Motivator fürs Lernen aber mit der Botschaft: wenn es gut lief, freuen wir uns mit dir. Wenn es schlecht lief, fangen wir dich auf.»

Wie erreiche ich Resilienz, was per Definition bedeutet: psychische Widerstandskraft; Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen. In der jetzigen Situation eine wichtige Eigenschaft!
Ich merke in der letzten Zeit immer mehr, wie viel besser wir miteinander umgehen, wenn viel Nähe da ist, wenn ich mir ganz bewusst für mein Kind Zeit nehme: nur zu zweit und ohne To-do-Liste im Kopf.

Balthazars Selbstwertgefühl wächst allerdings auch, wenn er an etwas mitwirkt, da er merkt, ich habe etwas beigetragen, das etwas verbessert, schöner macht. Mama kann auch mich zählen. Wir haben angefangen, Balthazar um seinen Rat oder seine Meinung zu fragen, beim Essen, was ziehe ich an! Es macht Spass!
Und wir haben gemeinsam einen Garten angelegt, für den wir nun Verantwortung übernehmen müssen. Die Giesanlage checken, aufhacken einmal die Woche, schauen, dass keine Schnecken sich lang fressen…und gestern hat er die ersten Erdbeeren entdeckt und gezählt. Auch merke ich, dass er “stolz” ist, dass er eines seiner Playmobil Autos verschenkt, ich finde es grosszügig! Es gibt mehr als Leistung, Konkurrenz Denken, Gewinnen und Verlieren, um Selbstwertgefühl zu entwickeln, stärken – wenn unser Glück aber ur davon abhaengt wo wir im Vergleich zu den anderen stehen, ist unser Selbstvertrauen nicht “echt”!
Balthazar ist unglaublich empathisch, das ist ein besonderer Wesenszug an ihm, auch merkt er wie er wirkt und wie bedeutsam dies ist, denn wenn ich “traurig” bin, weil er seinen Radiergummi durch die Gegend schleudert, weil er “stinkig” ist, ist er nicht mehr so stark auf sich selbst fixiert.  

Wichtig ist, dass Balthi lernt, sich über Erfolge zu freuen und aus Fehlern zu lernen und dass Anstrengung und Übung ihn verbessern können – nicht aufgeben bedeutet Schwierigkeiten überwinden zu können und Probleme zu lösen. Und wenn nötig Unterstützung holen, wenn er sie benötigt, in letzter Zeit ruft er nach mir, dann lass ich es ihn erst selbst probieren und meist bis ich komme, hat er die Haare von dem einen Playmobil Männchen schon längts abbekommen und den Motorrad Lenken hin.
Sollte er Sorgen haben, dann rauss damit und sich Hilfe holen.
Um ein gutes Selbstwertgefühl zu erreichen, ist es wichtig zu wissen und fühlen, dass er als Mensch liebenswert ist, sich aber bewusst ist, dass sein Wert als Mensch/Kind nicht von seinen Leistungen abhängt, sondern dass wir ihn lieben! Dennoch ist er auch verantwortlich für das, was er tut. Problemen und schwierige Gefühle zum Leben gehören und kein Weltuntergang sind, denn er hat Eltern, die ihm zu hören und für ihn da sind. Oma & Opa und viele andere ihn so lieben, wie er ist. Der nächste Schritt wird es sein, ihm aufzuzeigen, welche Werte wichtig sind!